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Die Räuber vom Septimer

 

 

Auf dem Septimer-Pass, zwischen Bivio und Casaccia, standen einmal ein Hospiz und eine Kirche. Später gab es nur noch eine Wirtschaft. Im 17. Jahrhundert waren die Gebäude dann so verfallen, dass niemand sie mehr ausbessern wollte. So wurde das Haus eine Räuber- und Mörderspelunke.

Man erzählt, dass eines Abends ein reicher Ritter, Herr von Salis aus Soglio dort vorbeiritt. Da er sehr müde war, bat er um ein Nachtlager. Die Räuber boten ihm sofort etwas zu essen an und bereiteten ihm ein Bett zum Schlafen. Während der Gast ass, verschwanden alle Räuber in den Keller, wo sie eine Grube für den Unglücklichen ausschaufelten. Sie wollten ihn berauben, töten und im Keller begraben, wie sie es schon mit vielen anderen gemacht hatten.

Der Ritter war schön und fröhlich, und das Dienstmädchen der Räuber hatte Mitleid mit ihm. Sie ging nah an ihn heran und flüsterte ihm aufgeregt zu: «Wir müssen zusammen fliehen, sonst wirst du ein Opfer dieser Mörder, die Zeit drängt!»

Sofort sprang Herr von Salis hoch, rannte hinaus und umwickelte schnell mit Lumpen die Hufe seines Pferdes, nahm das Mädchen mit aufs Pferd und floh. Sie ritten eilends durch die Val Maroz hinab, ins Bergell, die ganze Nacht, und das Stampfen der Hufe wurde von den Lumpen gedämpft.

Währenddessen kroch einer der Räuber wieder aus dem Keller heraus, fand weder den Ritter noch das Dienstmädchen und schlug Alarm: drei Räuber machten sich im Galopp auf in Richtung Cavreccia nach Bivio - vier nach Casaccia. Das Mädchen, erschöpft von den Strapazen des Rittes, hatte nicht mehr weiter gewollt und versteckte sich unter der Brücke von Nagalacc. Von dort aus hörte es die Räuber kommen und auf der Brücke tuscheln und fluchen. «Wenn wir die beiden Kanaillen finden, bleibt von ihnen als grösstes Stück ein Ohr» hörte es sie sagen. Das arme Mädchen zitterte vor Angst; zum Glück entfernten sich aber die Räuber wieder in Richtung Maroz-Tal.

Der Ritter hatte sich indessen in einem Stall zwischen zwei Heuballen versteckt und erwartete voller Angst die nächsten Minuten. Die Räuber sahen das Pferd, Mill handelte und malträtierte es grausam. Dann drangen sie mit Eisenstangen in den Stall ein und stöberten alle Heuballen durch, um den Ritter zu finden. Um ein Haar wäre dieser von einer der Stangen getroffen worden. Aber Gott schützte ihn und die Räuber machten sich enttäuscht wieder auf den Weg zum Septimer.

Einen Tag später trafen in Vicosoprano der Ritter und das Mädchen wieder zusammen, beide gesund und froh, dem Tod entkommen zu sein.

Nun wurden Soldaten auf den Berg geschickt, um die Räuber zu überwinden, sie wurden getötet und in der Grube verscharrt, die sie für die Obdachsuchenden gegraben hatten, wie sie es verdient hatten.

Ihre sieben Köpfe und der des armen Pferdes sind heute noch in Stein gemeisselt auf der Vorderseite des Pferdestalles vom Palast Salis in Soglio zu sehen.

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